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Den Stress besser "wegstecken"

Erfolgreich durch mentale Spielvorbereitung

Das Training, die wichtigste Erfahrung im Leben eines Athleten, muss man sich so vorstellen wie ein Weg, der einen Berg hinaufführt.

Der Gipfel ist die höchste Leistung, die man erreichen kann. Sicher erinnern wir uns noch an das WM-Endspiel des letzten Jahres, als die Australier zu Beginn der zweiten Halbzeit mit 3:1 in Führung gingen. Dennoch ist Deutschland Weltmeister geworden.
Das ist psychologisch eine Meisterleistung, denn ein Zwei-Tore-Rückstand, zumal wenn er in relativ kurzer Zeit entsteht, kann sehr leicht zum Knacks führen, von dem man sich die restliche Spielzeit nicht mehr erholt.

Große Mannschaften können das. Die Bayern im Fußball zum Beispiel.
2001, als sie in Hamburg den Schalkern den Sieg "klauten".
Unvergessen ist auch das Champions-League-Meister- Stück Manu zwei Jahre zuvor gegen die Bayern:
Sie erinnern sich sicher alle noch. Zwei Tore in der Nachspielzeit, nicht schlecht.
Doch mal ehrlich, kann das ihre Mannschaft auch? Haben Sie die Typen, die cool bleiben, die einen solchen Rückstand wegstecken, als wenn nichts wäre oder die ihn sogar in positive Energie umwandeln?

Derartige Spielmomente kehren immer wieder, in allen Ligen. Jedes Wochenende präsentiert uns die immer gleichen Erfahrungen : Favoriten verlieren, weil sie sich zu früh sicher fühlen und nach einer Führung das Spielen "einstellen".

Ein schneller Rückstand lässt die Moral der zurückliegenden Mannschaft viel zu früh zerschellen.

Schlechte Schiedsrichterleistungen lassen das Team die eigene Linie verlieren.

Die letzten Minuten wird der Ball blind nach vorne gespielt, anstatt planmäßig den Ausgleich herauszuarbeiten.

Und so weiter, und so weiter.

Wenn wir im Hockey von Standardsituationen sprechen, dann meinen wir damit normalerweise Freischläge, Siebenmeter und Strafecken. Das Wesen dieser Spielsituationen ist es, dass sie immer wiederkehrend und gleich im Ablauf sind.
Aber gibt es nicht eine ganze Reihe anderer gleichartiger und sich wiederholender Ereignisse? Ich denke an Situationen wie die oben genannten.
Wahrscheinlich ist, dass ihr Team alle diese Situationen im Laufe einer Saison, manche davon sogar mehrfach, erleben wird. Man kann also ebenfalls fast schon von "Standardsituationen" sprechen.

Wenn das aber so ist, wäre es hilfreich, sich im voraus damit zu beschäftigen, wie man am besten mit solchen Ereignissen umgeht? Wollen Sie wirklich darauf vertrauen, dass ihr Team "das schon machen wird"?

Schauen wir für einen Moment über die Grenzen des Hockey-Horizonts hinaus.

Über Georg Hackl habe ich einmal Folgendes gelesen: Der Rodler-Bundestrainer Siegfried Schwab sagte nach Hackl’s dritten Olympia-Gold in Nagano zum Kölner Stadt-Anzeiger: "Kein anderer kann sich auf ein solches Großereignis vorbereiten wie der Schorsch. Er besitzt eine einmalige Konzentrationsfähigkeit. Jede Eventualität, sogar jede Panne, hat er im Geist durchgespielt. Wenn das Rennen dann kommt, ist es für ihn fast Vergangenheit. Das ist die höchste Stufe mentaler Stärke, die es gibt".

Als ich das gelesen habe, bin ich hellhörig geworden. Da könnte etwas dran sein. Wenn Menschen in schwierige Situationen kommen, wirkt sich das in der Regel negativ auf das Handeln aus. Die Angst engt unsere Wahrnehmung ein, beeinträchtigt unsere Entscheidungsfähigkeit und führt im Extremfall bis zur totalen Handlungsunfähigkeit.
Wenn ich aber eine solche Situation im Geiste schon mehrfach durchgespielt habe, dann werde ich mit der Situation vertraut, der Organismus beruhigt sich und ich habe die Möglichkeit, wieder entschlossen zu handeln, so wie Georg Hackl es offensichtlich immer wieder gelungen ist.

Wäre das nicht ein interessanter Ansatz im Hockey?
Würde es nicht auch ihren Athleten helfen besser mit schwierigen Situationen vor, während und nach einem Spiel zurechtzukommen?
Es empfiehlt sich meiner Ansicht nach besonders, dabei auf die Situationen einzugehen, welche mit Sicherheit auf kurz oder lang wiederkehren werden.

Wenn man Spieler fragt, welche sich wiederholenden Situationen für sie besonders schwierig sind, so hört man folgende Antworten:

  • Ein früher Rückstand, besonders in einem wichtigen Spiel
  • Eine schwere Verletzung eines (oder mehrerer) Leistungsträger
  • Gegen einen Rückstand anzurennen, aber der Ball will trotz vieler Chancen nicht ins Tor
  • Spielunterbrechungen durch Wetter, Flutlicht, Fans etc.
  • Spielen in Unterzahl
  • Ein Gegentor direkt vor der Halbzeit
  • (Mehrere) Kurze Ecken gegen
  • Siebenmeterschießen

Alle diese Situationen sind also besondere Stresssituationen und erfordern deshalb eine gezielte mentale Vorbereitung, um sie in der Praxis besser meistern zu können.

Wie wirksam ein solcher Arbeitsansatz ist, habe ich während meiner Arbeit mit der Nationalelf in den letzten Jahren immer wieder erleben können.
Vor der WM 2002 hatten wir uns z.B. ausführlich der Frage gewidmet, wie wir mit einem Rückstand in einem entscheidenden Spiel umgehen können. Als wir dann sowohl im Halbfinale als auch im Finale jeweils zunächst zurücklagen, waren die Spieler so gut vorbereitet, dass sie in Ruhe und den Glauben an sich zu jedem Zeitpunkt bewahrten.
So war es auch kein Wunder, dass es uns gelang, beide Rückstände noch in einen Sieg umzumünzen.

Noch drastischer habe ich es ein Jahr später bei der EM erlebt.
Wir hatten uns das ganze Jahr mit Hilfe verschiedener wettkampfnaher Trainingsformen (die den Ernstfall möglichst wirklichkeitsnah simulieren sollten) sowie mit Hilfe von Gesprächen gezielt auf das Siebenmeterschießen vorbereitet.

Wegen des K.O.-System ab dem Halbfinale war die Wahrscheinlichkeit einer solchen Spielentscheidung sehr hoch.
Als wir dann im Finale gegen die heimischen Spanier wirklich zum 7-Meter-Punkt mussten, waren alle Spieler und Betreuer ganz sicher, dass wir siegen würden, da wir uns bestens präpariert fühlten.
Wir gewannen 5:4 . So glücklich der Sieg war, er war sicher kein Zufall.

Die späteren Erfolge im Siebenmeterschießen (WM 2006 im Hf gegen Spanien und Junioren-EM 2006 ebenfalls im Hf gegen die Iberer) bestätigen das.

Genauso wie die Niederlage der Herren dieses Jahr bei der EM. Ausgerechnet in diesem Jahr wurde das Siebenmeterschießen nicht mit einem Sportpsychologen trainiert. Diesen Aspekt will ich dabei keineswegs überbewerten. Wettkampfnahes Training ist bei weitem nicht alles. Aber es trät zumindest ein paar Prozent zum Erfolg bei, und das lohnt den Aufwand auf jeden Fall.

Zumal der internationale Fußball 2003 ein spektakuläres Gegenbeispiel darbot. Erinnern Sie sich noch an das CL-Finale zwischen Juventus Turin und AC Milan?
Juventus verlor, weil sie im Elfmeterschießen unterlagen - und das, weil kaum ein Spieler sich traute, zum Punkt zu schreiten. Ganz offensichtlich waren sie nicht vorbereitet. Dabei muss man doch vor einem Finale mit einer solchen Entscheidung rechnen.

Es lohnt sich also, sich schon im Vorfeld mit schwierigen Situationen zu beschäftigen.
Wie aber kann dieses genau stattfinden? Die einfachste Form wäre, sich mit der Mannschaft zusammenzusetzen und für jede potentielle Stresssituation Lösungen zu erarbeiten.
Eine Lösung kann sowohl eine konkrete Handlung wie auch ein hilfreicher Gedanke sein. Schon das alleinige Ändern meiner Sichtweise kann den Stress reduzieren.

Es fragt sich ja: Sehe ich die Situation als Bedrohung oder als Chance? Nehmen wir das Beispiel Unterzahl. Das kann ein Nachteil sein, wenn die Ordnung verloren geht, ein zentraler Spieler fehlt und der Gegner ein Übergewicht bekommt.

Wie oft passiert es aber, dass ein Team in Unterzahl besser spielt als zuvor? Denken Sie nur an die deutsche Fußball-Partie gegen Kamerun bei der WM 2002. Da wachte Völlers Team erst in Unterzahl auf.

Das Handicap, nur noch 10 Spieler zu haben , bietet also auch Vorteile. Im positiven Fall werden sich die verbliebenen Spieler stärker anstrengen, mehr "Schweinewege" zu gehen. Der Teamzusammenhalt wird gefördert. Jeder Einzelne übernimmt eine größere Verantwortung.

Daraus folgt, dass ein scheinbarer Nachteil nicht zwangsläufig ein realer Nachteil ist. Jede Schwierigkeit birgt zugleich ein Risiko und eine Chance. Worauf schaue ich? Was bestimmt mein Handeln? Die Angst vor dem Scheitern oder die Chance, etwas Großes zu leisten? Wenn Ihr Team durch vorbereitende Gespräche lernt, den Blick immer auf die Chance zu lenken, wird es nicht ängstlich und gehemmt agieren, sondern die Spieler werden lernen, aus jeder Situation das Beste zu machen. Und dadurch bleiben sie immer handlungsfähig.

William A. Ward brachte diesen Umstand einmal auf den Punkt, als er sagte: "Hindernisse bringen manche Menschen dazu, zu zerbrechen; andere dazu, Rekorde zu brechen."

Jetzt schauen wir einmal ganz konkret. Bleiben wir zunächst bei Fall des Spiels in Unterzahl. Mit der Mannschaft könnten Sie hierfür z.B. folgende Lösungen erarbeiten.

  • Jeder gibt mehr, jeder übernimmt volle Verantwortung
  • Jetzt rücken wir als Team noch mehr zusammen
  • Es wird ein vereinbartes taktisches Konzept gespielt (zum Beispiel: Verdichtung der zentralen Räume, Umstellung auf Konterspiel)
  • Sich darüber klar werden: Der Gegner lässt möglicherweise nach, weil hier jeder etwas weniger läuft
  • Der Gegner wird überrascht sein, wenn er merkt, dass ihr Team Ruhe bewahrt und weiterhin die Kontrolle behält
  • Der Gegner hat jetzt den Erwartungsdruck (Mit 11 gegen 10 muss man doch gewinnen)
  • Einwechslung kampf- und laufstarker Spieler


Oder ein anderes Beispiel. So können Lösungen für das vergebliche Anrennen gegen einen Rückstand aussehen:

  • Sich immer wieder gegenseitig positiv aufbauen
  • Optimistisches Coaching durch die Bank
  • Sich an frühere gelungene Aufholjagden erinnern
  • Ruhig weiterspielen (Hektik vermeiden)
  • Einfach spielen / Kontrolliert spielen
  • Bewährte Mittel einsetzen
  • Sich klar machen: Die Kondition beim Gegner lässt nach. Er macht zunehmend Fehler
  • Taktische Änderungen ( z.B. Libero auflösen ) bieten neue Möglichkeiten
  • Glauben bewahren: Ein Spiel kann in den letzten Sekunden entschieden werden
  • Gefährliche Standardsituationen provozieren ( Ecken, Freischläge in Schusskreisnähe
  • Alternative Spielzüge durchführen (z.B. über beide Seiten angreifen)


Sie sehen also, für jede der oben genannten hockeyspezifischen Stresssituationen gibt es eine Reihe von Lösungen. Vielleicht fallen ihnen oder ihren Spielern sogar andere Varianten ein. Für manche Situationen kann man auch sehr konkrete Ideen entwickeln.
Bei einem Team hatte ich z.B. einmal Folgendes erlebt:Die Mannschaft neigt dazu, gegen Ende jeder Halbzeit in der Konzentration nachzulassen. Wir machten deshalb aus, dass ein Betreuer immer dann wenn die kritische Phase begann, eine Kuhglocke anschlug. Das war das Signal für die Spieler, jetzt noch einmal "ganz wach und besonders aktiv" zu sein. Ein einfaches und zugleich wirksames Mittel. Ein Klassiker im Hockey ist auch, dass der Torhüter über das Richten seiner Beinschützer jeweils eine Auszeit herbeiführt, wenn das Team in einer kritischen Phase rutscht. Diese Auszeit ist dann das gemeinsame Signal, sich wieder auf die besprochene Lösungen zu besinnen.

Wichtig ist natürlich, dass die Lösungen nicht nur im Vorfeld abgesprochen werden, sondern dass man sie in der Folge auch einübt bzw. umsetzt, je nachdem worum es sich handelt.
Wenn man z.B. gemeinsame Signale vereinbart, dann muss man auch schon einmal im Trainingsspiel ausprobieren, ob es klappt. Hören wirklich alle auf das Signal? Ist es überhaupt im Wettkampf wahrzunehmen oder muss ich es verändern? Besonders in der Halle bei großen Zuschauerzahlen können Zurufe leicht in der allgemeinen Lautstärke untergehen. Das Visualisieren von erfolgreichen früheren Lösungen sollte ebenfalls schon im Vorfeld gemeinsam ausprobiert werden, da es möglicherweise unter dem Stress der Situation nicht gelingt. Gemeinsame Absprachen auf dem Platz können ohne Übung misslingen oder missverstanden werden. Vielleicht haben Sie auch eine Idee und erstellen ein großes Papier für die Kabinentür, auf dem die wichtigsten Stichpunkte draufstehen, so dass sie jeder Spieler während des Umziehens noch einmal in Erinnerung rufen kann.

Sinnvoll ist es sicherlich auch, die Spieler für kritische Situationen zu sensibilisieren, so dass sie schneller in der Lage sind, diese wahrzunehmen und darauf zu reagieren.

Spontane Unterbrechungen einbauen

Sie können die Wahrnehmung von Spielsituationen im Training schulen, indem sie spontane Unterbrechungen einbauen und die Spieler bitten, die aktuelle Situation zu beschreiben.

Genauso ist es generell hilfreich, potentiell eintretende Situationen schon einmal vorbereitend vor dem inneren Auge ablaufen zu lassen.
Erinnern sie sich noch, was ich über Georg Hackl schrieb? Genau das ist es, was er macht. Er stellt sich den Ablauf des Wettkampfs wieder und wieder vor, in allen Varianten, die er für möglich hält. Der entscheidende Effekt dabei ist, dass Nervensystem vorbereitet wird. Es hat alle möglichen Verhaltensvarianten schon gespeichert. Dadurch wird es im Falle des Eintretens viel schneller reagieren können. Sie können sich diese Vorbereitung des Nervensystems vorstellen, wie eine gut ausgetretenen Trampelpfad. Je häufiger er benutzt wird, desto leichter können Sie ihn nutzen. Ist er aber noch nie genutzt worden, so ist er ganz zugewachsen und Sie werden ihn wahrscheinlich gar nicht finden.

Folgen wir dem bisher Gesagten, so besteht ein allgemeiner Ansatz mentaler Spielvorbereitung aus drei Schritten:

  • Problemsituationen identifizieren
  • Lösungen erarbeiten
  • Notwendige Handlungen in die Tat umsetzen


Dabei möchte ich noch was Wesentliches herausstellen. Noch wichtiger als die konkreten Lösungen ist etwas anderes, nämlich das daraus resultierende Grundgefühl:

Egal was kommt, wir sind immer handlungsfähig und wissen auf jede Situation eine passende Antwort.

Das ist die Einstellung der Sieger!!

Dann werden die Spieler unter dem Stress der Situation nicht einknicken, sondern sie werden stark bleiben.

Dann werden sie sogar situativ neue Lösungen finden können. Und das ist die beste Voraussetzung, um am Ende erfolgreich zu sein.

Von dem Begründer des Aikido , Uyeshiba, wird sich die schöne Geschichte erzählt, er habe auf die Frage, ob er denn nie aus dem Gleichgewicht käme, geantwortet: "Ständig – ich finde es nur so schnell wieder, dass es keiner merkt."

Mit mentaler Vorbereitung haben Sie für ihr Team eine Möglichkeit, dass auch ihr Team in kritischen Situationen sehr schnell sein Gleichgewicht wiedergewinnt und so in der Lage ist, trotz der auftretenden Schwierigkeiten oder Handycaps zu angemessenen Lösungen zu kommen.

Erfolgreiches Teamcoaching

 
     

     
   
     





 
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